Den Ausgangsbestand messen
Ermitteln Sie die Größe der Ordner und Laufwerke, die wirklich gesichert werden sollen. Zählen Sie nicht automatisch die gesamte Nennkapazität des Computers, wenn nur ein Teil geschützt wird. Umgekehrt können weitere Daten auf externen Laufwerken oder in Fachanwendungen liegen. Prüfen Sie auch, ob Cloud-Dateien vor der Sicherung lokal verfügbar sein müssen.
Unterscheiden Sie viele kleine Dokumente von regelmäßig neu erzeugten großen Dateien. Wer täglich Videodateien oder umfangreiche Projektarchive hinzufügt, benötigt mehr Wachstumsreserve als jemand mit überwiegend unveränderten Texten. Notieren Sie ein realistisches Wachstum pro Monat und prüfen Sie diese Annahme nach einigen Sicherungsläufen.
Ein einfaches Rechenbeispiel hilft beim Einstieg: Wenn heute 300 GB gesichert werden und monatlich etwa 20 GB neue Daten hinzukommen, ist allein der unveränderte Grundbestand nach einem Jahr bereits deutlich größer. Dazu kommen aufbewahrte Versionen geänderter Dateien. Verwenden Sie solche Zahlen nur als eigene Planungsannahme und ersetzen Sie sie nach ersten Läufen durch gemessene Werte. Die nutzbare Kapazität nach Einrichtung kann außerdem von der aufgedruckten Nennangabe abweichen. Prüfen Sie deshalb den tatsächlich verfügbaren Platz im System, bevor Sie eine Reserve als ausreichend betrachten.
Versionen und Verfahren berücksichtigen
Manche Programme speichern nur geänderte Bestandteile, andere erzeugen vollständige neue Kopien. Komprimierung spart bei bereits komprimierten Bildern oder Videos häufig wenig. Rechnen Sie nicht mit einer versprochenen Einsparung, bevor das verwendete Verfahren mit Ihren Daten geprüft wurde. Auch temporärer Platzbedarf während einer Sicherung kann relevant sein.
Für Time Machine empfiehlt Apple ein Sicherungsmedium mit mindestens der doppelten Speicherkapazität des Mac. Diese Empfehlung gehört zu diesem konkreten Verfahren und ist kein allgemeines Gesetz für jedes Dateibackup. Prüfen Sie bei Ihrer Software die Aufbewahrungsregeln und das Verhalten bei knappem Speicher: Werden ältere Versionen entfernt, wird der Lauf abgebrochen oder eine Rückfrage gestellt?
Reserve mit einer Kontrolle verbinden
Wählen Sie ein Ziel mit nachvollziehbarer Reserve und kontrollieren Sie nach dem ersten vollständigen Lauf den tatsächlichen Verbrauch. Wiederholen Sie die Kontrolle nach einer typischen Arbeitswoche. So erkennen Sie, ob große veränderte Dateien mehr Platz beanspruchen als erwartet. Legen Sie fest, wer Warnungen über knappen Speicher bearbeitet.
Löschen Sie ältere Sicherungen nicht manuell aus einem verwalteten Archiv, nur um Platz zu schaffen. Verwenden Sie die dafür vorgesehene Aufbewahrungsfunktion und prüfen Sie vorher, welche Wiederherstellungsstände verloren gehen. Wenn ein größeres Ziel notwendig wird, behalten Sie das bisherige Medium, bis eine neue vollständige Sicherung samt Wiederherstellungstest erfolgreich abgeschlossen ist.


