Die möglichen Ausfälle getrennt betrachten
Stellen Sie sich drei Situationen vor. Im ersten Fall fällt eine interne Festplatte aus. Im zweiten überschreibt jemand eine wichtige Projektdatei und bemerkt es erst eine Woche später. Im dritten wird der gesamte Speicher mitsamt angeschlossenen Geräten gestohlen. Eine einzige technische Funktion löst diese drei Probleme normalerweise nicht gleichermaßen.
Ein redundanter Laufwerksverbund kann je nach Aufbau den ersten Fall abfangen. Er übernimmt aber auch eine berechtigte Löschung oder eine unerwünschte Änderung auf den gemeinsamen Datenbestand. Eine ältere Version oder ein Snapshot kann für den zweiten Fall helfen, bleibt jedoch möglicherweise vom selben Gerät abhängig. Für den dritten Fall ist eine tatsächlich getrennt aufbewahrte Kopie erforderlich.
Ein unabhängiges Ziel festlegen
Mögliche Ziele sind ein externes Laufwerk, ein zweiter Speicher an einem anderen Standort oder ein geeigneter Cloud-Sicherungsdienst. Vergleichen Sie nicht nur Kosten und Kapazität. Entscheidend sind Erreichbarkeit bei einem Ausfall, Schutz vor unbeabsichtigter Löschung und die benötigte Zeit für eine Wiederherstellung. Eine große Sicherung über eine langsame Verbindung kann lange dauern.
Ein ständig angeschlossenes beschreibbares Laufwerk kann von manchen Fehlern oder Angriffen ebenfalls betroffen sein. Eine getrennt aufbewahrte Kopie reduziert diese gemeinsame Abhängigkeit, muss aber regelmäßig aktualisiert werden. Wenn mehrere Ziele verwendet werden, dokumentieren Sie, welches welchen Zeitraum abdeckt. Zwei Laufwerke im selben Schrank helfen nicht gegen jeden Schaden am Standort.
Prüfen Sie bei einem entfernten Ziel, wer die Zugangsdaten besitzt und welche Rechte das Sicherungskonto hat. Verwenden Sie keine unnötigen Verwaltungsrechte. Wenn ein Dienst besondere unveränderbare Aufbewahrung anbietet, klären Sie genau, welche Daten und Zeiträume geschützt sind. Eine entsprechende Produktbezeichnung ist kein Ersatz für die korrekt eingerichtete Funktion.
Nicht nur die sichtbaren Ordner sichern
Erfassen Sie Freigaben, wichtige Anwendungspakete und gegebenenfalls Einstellungen, die zur Wiederherstellung benötigt werden. Ein Backup gewöhnlicher Dateien enthält nicht zwangsläufig die Daten einer auf dem NAS laufenden Anwendung. Lesen Sie deshalb die Beschreibung des Sicherungsprogramms und der betroffenen Anwendung. Bei Synology können beispielsweise unterstützte Paketdaten über dafür vorgesehene Sicherungsfunktionen einbezogen werden.
Halten Sie auch die Rechtevergabe fest. Ein erfolgreich zurückkopierter Ordner kann fachlich unbrauchbar sein, wenn niemand ihn öffnen darf oder plötzlich zu viele Personen Zugriff haben. Nach einer Wiederherstellung auf ein anderes Gerät müssen Konten und Berechtigungen passend zugeordnet werden. Die Sicherung sollte deshalb mit einer verständlichen Dokumentation der vorgesehenen Zugriffe ergänzt werden.
Versionen und Fehlerbehandlung planen
Wählen Sie Aufbewahrungszeiten anhand der Frage, wie spät ein Fehler auffallen könnte. Wird ein Projekt nur monatlich geprüft, können wenige Tage Historie zu kurz sein. Prüfen Sie außerdem, was bei vollem Ziel passiert und ob ältere Stände automatisch entfernt werden. Der gewünschte Sicherungsrhythmus und die tatsächliche Aufbewahrung müssen zusammenpassen.
Legen Sie fest, wer Fehlermeldungen bearbeitet. Eine täglich geplante Aufgabe kann seit Wochen scheitern, wenn ein Zielkennwort geändert wurde oder ein Laufwerk fehlt. Kontrollieren Sie regelmäßig den letzten erfolgreichen Lauf und den Umfang. Ein erfolgreicher Auftrag für einige Ordner ist kein Beleg dafür, dass alle vorgesehenen Daten enthalten sind.
Wiederherstellung ohne Originalgerät durchdenken
Testen Sie zunächst eine einzelne Datei an einem getrennten Ziel. Prüfen Sie danach, welches Programm und welche Schlüssel benötigt würden, wenn das NAS nicht mehr startet. Manche Sicherungen verwenden ein besonderes Archivformat. Halten Sie den dafür nötigen Leser oder Wiederherstellungsweg sowie dessen aktuelle Anleitung bereit. Kopieren Sie nicht einzelne interne Archivteile nach Belieben.
Bei verschlüsselten Sicherungen gehört der Schlüssel an einen geschützten Ort außerhalb des einzigen Originalgeräts. Prüfen Sie, ob eine berechtigte Vertretung den Vorgang im Notfall durchführen könnte. Teilen Sie dafür keine Passwörter offen, sondern nutzen Sie den vorgesehenen Zugang zu geschützten Wiederherstellungsinformationen.
Notieren Sie das Ergebnis des Tests und die benötigte Zeit. Für einen kleinen Betrieb kann die Reihenfolge wichtig sein: zuerst aktuelle Arbeitsprojekte, danach umfangreiche ältere Archive. Eine solche Priorisierung macht die Sicherung zu einem nutzbaren Wiederanlaufplan und nicht bloß zu einer weiteren belegten Festplatte.
Schätzen Sie eine vollständige Wiederherstellung anhand eines repräsentativen Teilbestands ab. Eine kleine Textdatei prüft den Zugang, sagt aber wenig über die Dauer eines großen Archivs. Berücksichtigen Sie neben der Übertragung auch Entschlüsselung, Entpacken und das erneute Prüfen von Berechtigungen. Wenn die verfügbare Zeit nicht zum Datenvolumen passt, können ein anderes Ziel oder eine gestufte Wiederherstellung erforderlich sein. Halten Sie diese Entscheidung vor einem Ausfall fest. Andernfalls wird eine technisch vorhandene Sicherung erst dann als zu langsam erkannt, wenn mehrere Personen bereits auf ihre Arbeitsdateien warten.


